Leserbrief von Martin Stuber: Klarer Auftrag für längere Züge, auch wenn das dem Regierungsrat nicht passt. Der Kantonsrat musste zum zweiten Mal beim Regierungsrat intervenieren.

Dabei ist das entscheidende Resultat der Abstimmungen im Kantonsrat die deutliche Nicht-Abschreibung der Motion Stuber/Schmid/Lötscher mit 37 zu 23 Stimmen. Die Regierung hat sich nämlich einfach mit der Antwort der SBB begnügt, dass es bis 2025 keine längeren Züge auf dieser Strecke geben werde. Und sich darum auch nicht für eine dauerhafte Perronverlängerung in Rotkreuz und den Bau einer Verlängerung in Baar gekümmert und den Vorstoss als erledigt abschreiben wollen. Und dies nicht zum ersten Mal, denn im März 2011 wollte Volkswirtschaftsdirektor Michel denselben Vorstoss, der von 42 KantonsrätInnen unterschrieben worden war, schon einmal abschreiben lassen. Aber er wurde vom Rat mit deutlichem Mehr verpflichtet, via längere Züge möglichst schnell für zusätzliche Kapazität zu sorgen. Ich kann mich nicht erinnern, dass dem Regierungsrat zwei Mal nacheinander via Nicht-Abschreibung Beine gemacht werden musste.

Es ist ja tatsächlich nicht einzusehen, weshalb die einzige Massnahme, welche auf der in den Hauptverkehrszeiten hoffnungslos überlasteten wichtigsten Zuger Bahnverbindung schnell und nachhaltig eine spürbare Kapazitätserhöhung bringen würde, weder von den SBB noch vom zuständigen kantonalen Amt aktiv verfolgt wird. Dabei ist es doch einfach: irgendwann im 2015 beginnt Bombardier mit der Auslieferung der neuen Doppelstock-Triebzüge für den schnellen Intercity-Verkehr. Dann werden nach und nach „alte“ Doppelstock-Wagen frei. Die kann man in die bestehenden – und bleibenden – DoSto-Kompositionen auf der Strecke ZH-ZG-LU einreihen. Statt heute maximal 11 Wagen könnten bis zu 15 Doppelstockwagen zum Zuge kommen. Das brächte pro Stunde 1‘000 zusätzliche Sitzplätze!

In Rotkreuz kommt mit der Neuansiedlung der Informatik Hochschule und dem raschen Vollausbau des Suurstoffi Areals noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Im Richtplan der Gemeinde ist eine dritte Querung der Bahngeleise im Raum Suurstoffi-Werkhof gegen das östliche Ende der Perrons hin eingetragen. Das Bedürfnis für diese zusätzliche Querung wird spätestens mit dem Vollausbau des Areals in 2-3 Jahren klar gegeben sein. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass bis ca. 2020 diese Querung mit direktem Zugang zu den Perrons gebaut wird und in diesem Zusammenhang die provisorischen Perronverlängerungen sowieso einem definitiven Zustand zugeführt werden müssen.

Das Signal des Kantonsrates an die Volkswirtschaftsdirektion und an die Adresse der SBB ist eindeutig: jetzt macht Nägel mit Köpfen! Die leidgeplagten BahnpendlerInnen werden es schätzen.

Martin Stuber, Kantonsrat Alternative die Grünen, Zug

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