Flächendeckende Lärmbeschallung am Zugersee

Zum geplanten Doppelspurausbau in Walchwil

Vielleicht ist dies der neuste Gag der Zuger Regierung, die steigenden Bodenpreise im Kanton einzudämmen, insbesondere in der Region Zug–Oberwil–Walchwil.

Obwohl der Kantonsrat zweimal eine umweltverträgliche Tunnelvariante im Zuger Richtplan gefordert und festgesetzt hat, wollen nun wenige Exponenten der Zuger Regierung diesen weisen kantonsrätlichen Beschluss umstossen: SBB-hörig favorisieren diese wenigen Exponenten nicht nur eine technisch schlechte und unausgereifte Variante ohne Lärmschutz, sondern sie torpedieren hiermit auch die Interessen der Zuger Bevölkerung mit untauglichen Projekten der SBB. Verhalten sich so Volksvertreter?

Die Doppelspur Walchwil oder der offene Neat-Zubringer durch den Kanton Zug öffnet den SBB Tür und Tor zur ersehnten Erhöhung der Personen- und Gütertransportkapazität. Denn bekanntlich ist die Strecke um Rotkreuz am Limit wie von den SBB bestätigt wird. Die Doppelspur bringt aber der Zuger Bevölkerung nicht nur unverhoffte Lärmfreuden in einem Naherholungsgebiet, sondern sie führt auch zwangsmässig zur Vernichtung von Hunderten Millionen Franken an Liegenschafts- und Landwerten auf Kosten der Bevölkerung. Die Regierung stört es anscheinend nicht, aber sicher viele Liegenschaftsbesitzer. Wie sieht es mit der Entschädigung aus?

Anscheinend kommt bei Einigen Freude auf, wenn auch am anderen Zugerseeufer künftig Güterzüge die Fauna und die Bevölkerung aufschrecken. Auf jeden Fall kann so die Immobilienpreisexplosion effizient eingedämmt werden, und der Kanton wird seinem Namen gerecht: Kanton Zug.

Hoffentlich interveniert der Kantonsrat erneut weise.

Andreas Schaub, Walchwil

 [erschienen in der «Neuen Zuger Zeitung» vom 13. Juni 2012]

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