«Es gibt sehr wohl Alternativen»

SBB: Zweijährige Streckensperrung am Zugersee 

Ausgerechnet dann, wenn im Dezember 2016 der neue Gotthard-Basistunnel der Neat (das für 20 Milliarden teuerste je erstellte Bauwerk) in Betrieb geht, soll für die Zürcher und Zuger die Zufahrtstrecke am Zugersee für zwei Jahre total gesperrt werden. Bedenklich ist, dass nun die SBB zur Rechtfertigung dieser nicht akzeptierbaren Massnahme auf den antiquierten Slogan von Maggie Thatcher «Tina» (There Is No Alternative) zurückgreift, obwohl die Variante «Murpfli» zur Diskussion steht. Diese Kreuzungsstelle hat folgende Vorteile:

  1. Die Kreuzungsstelle kann ohne Streckensperrung gebaut werden.
  2. Diese ist fahrplantechnisch am richtigen Ort (kein Hinketakt der S2).
  3. Der Halbstundentakt der Schnellzüge wird nicht beeinträchtigt.
  4. Die Baustelle liegt ausserhalb des Siedlungsgebietes.
  5. Die Topografie im «Murpfli» ist einfacher.
  6. Deshalb werden dort auch die Baukosten bedeutend tiefer liegen.
  7. Die S2 kann halbstündlich bis Arth-Goldau fahren.

Dazu kommt, dass die S2 weiterhin genügend Wendezeit in Erstfeld (4 Min.) hätte, was nach der Realisierung des zwei Jahre dauernden «Streckensperrungsprojektes Walchwil» nicht mehr der Fall wäre (nur 2 Min.). Somit müsste zu den gravierenden Mehrkosten auch noch eine zusätzliche Stadtbahnkomposition eingesetzt werden.

Laut SBB-Chef Andreas Meyer muss jeder Franken haushälterisch eingesetzt werden. Deshalb kann der gesunde Menschenverstand der Tina-Politik der SBB schlicht nicht folgen. Es wäre ein unglaublicher Schildbürgerstreich erster Güte!

Hanswalter Schnyder, Zug

 [veröffentlicht in der «Neuen Zuger Zeitung» vom 18. Juni 2012 sowie, formal leicht verändert,  in der «Zuger Woche» vom 20. Juni, im «Tages-Anzeiger» vom 25. Juni und in der Wochenzeitung «Zuger Presse / Zugerbieter» vom 11. Juli]

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